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Fünf Elemente gehören nach J.F. Thiel zum echten Schamanen:
Die Ekstase Bei Ritualen versetzt sich der Schamane bewußt in Trance. Das kann durch Musik oder Trommeln, langes Tanzen oder mittels Drogen geschehen. Während der Trance steht der Schamane mit übernatürlichen, transzendenten Kräften in direktem Kontakt. Es lassen sich zwei Ausprägungen des Schamanismus unterscheiden:
- Wanderschamanismus - Besessenheitsschamanismus
Die Seele des Wanderschamanen geht auf eine Geist reise. Sie wird dabei von einem oder mehreren Schutzgeistern (s.u.) begleitet. Der "weiße Schamane" macht eine Himmelsreise um, in Verbin dung mit guten Geistern, den Menschen zu nutzen. So holt er z.B. verlorene Seelenteile eines Patienten zurück oder vertreibt krankmachende Einflüsse. Die Seele eines "schwarzen Schamanen" steigt dagegen in die Unterwelt und verkehrt dort mit bösen Geistern um so Menschen zu schädigen. Eine zweite Form des Schamanismus vertritt der Besessenheitsschamane. In Ekstase wird der Schamane von einem Geist oder Schutzgeist besessen. Der Geist übernimmt die Kontrolle und bedient sich des Schamanen als Sprachrohr. Als Medium kann der Schamane den Willen der Geister, Götter oder Vorfahren verkünden.
Die Schutzgeister Ein Schamane hat übernatürliche Helfer, Schutzgeister genannt. Sie können verschiedenster Art sein. Ein Himmelsgeist, der Geist eines Ahnen oder Lehrmeisters, (die selber Schamanen waren), oder auch Naturgeister können Hilfsgeister des Schamanen sein. Die Macht dieser Verbündeten bestimmt die Macht des Schamanen.
Die Berufung Es gibt verschiedene Wege Schamane zu werden. Der zukünftige Schamane mag dies aus eigenem Willen anstreben oder von einem erfahrenen Schamanen als Nachfolger vorgeschlagen bzw. bestimmt werden. Schließlich kann er dieses "Amt" auch von einem Verwandten erben. Ob dieser "Beruf" eher von Frauen oder von Männern ergriffen wird, ist dabei abhängig von der jeweiligen Gesellschaftsstruktur. Dem Entschluß, Schamane zu werden, geht meist eine Berufung durch Träume oder Visionen voraus. Oft führen auch Krankheit oder andere, lebensbedrohende Ereignisse zur Entscheidung. Ein Schamane durchläuft oft noch eine Ausbildung, in der ihm das erforderliche Rüstzeug mitgegeben wird. So lernt er Mythen und Gesänge, Ablauf und Bedeutung der Zeremonien. Außerdem gehören dazu u.a. auch einfache Illusionstricks oder Bauchreden, um den Zuschauern die Anwesenheit der Geister zu verdeutlichen. Am Ende der Ausbildung steht häufig eine Einweihung, ein mythisches Erleben von Tod und Wiedergeburt. Der neue Schamane entdeckt dabei seine Schutzgeister und erhält die Fähigkeit, Kontakt mit der Geisterwelt aufzunehmen.
Eingebundenheit in die Gesellschaft Der Schamane wirkt nicht für sich selbst, sondern für die Gruppe. Dafür unterhält ihn die Gesellschaft. Dabei ist wichtig, daß man an seine Fähigkeiten glaubt und ihn unterstützt. Ein unglaubwürdiger Schamane ist ein erfolgloser Schamane (und umgekehrt)! Wegen des engen Kontaktes zur Geisterwelt stehen Schamanen oft gesellschaftlich abseits. Ihre Stellung variiert dabei von Kultur zu Kultur. So hat der Schamane der Wana ein sehr hohes Prestige. Koreanische Schamanen leben dagegen auf unterster sozialer Stufe.
Die Formgebundenheit Der Schamane trägt eine, für seine Gruppe charakteristische, Schamanenkleidung; er benutzt typische Gegenstände oder magische Utensilien. Besonders zu nennen ist hier die Schamanentrommel, ein mit Zeichen und Symbolen bemaltes Schlaginstrument. Das schamanistische Ritual verläuft nach festen, überlieferten Regeln, die allgemein anerkannt sind. Solche Veranstaltungen sind sehr vielfältig und -schichtig, so daß ich nur einige ihrer Aspekte erwähnen kann. |