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Urwölfe Die Vorfahren des Wolfes waren Fleischfresser, die vor 100 bis 120 Millionen Jahren auf dem nordamerikanischen Kontinent lebten. Die Beutetiere des Wolfes, die Huftiere, blicken ebenfalls auf gemeinsame Vorfahren zurück. Die Vorfahren beider Arten lassen sich bereits vor mehreren 100 Millionen Jahren nachweisen. Beide Tierarten entwickelten sich in den Steppengebieten der damaligen Zeit zu Lauftieren und beinflußten sich wahrscheinlich gegenseitig in ihrer Entwicklung. Die Wolf-Vorfahren spezialisierten sich auf das Jagen der Huftiere, und diese entwickelten parallel dazu Abwehrtechniken. Man nimmt an, daß sich der Wolf ursprünglich in den nördlichen Regionen entwickelt hat, und sich von dort aus verbreitete. Vor etwa 55 Millionen Jahren entwickelten sich die ersten Säugetiere mit Ansätzen von Fangzähnen, aus denen sich später unsere heutigen Fleischfresser wie Hunde, Katzen, Hyänen und Bären entwickelten. Cynodictis entwickelte sich vor ca. 30-40 Millionen Jahren und hatte schon die gleiche Anzahl Zähne wie unsere heutigen Wölfe, war aber kleiner und hatte einen flexibleren Körperbau. Auch die Läufe waren wesentlich kürzer als die des heutigen Wolfes. Im Ganzen sah Cynodictis wohl mehr wie ein Wiesel aus. Über Cynodictis und Cynodesmus zum Tomarctus entwickelte sich der heutige Wolf. Die Läufe wurden länger und kräftiger, die fünfte, innenwändige Zehe entwickelte sich zu einem Überbleibsel zurück, der Schwanz wurde kürzer und das Aussehen glich mehr unseren heutigen Wölfen und Füchsen. Der Fuchs behielt seine ursprüngliche Größe bei, der Wolf aber wurde größer und erreichte seine heutige Form vor etwa 1 bis 2 Millionen Jahren. Ein enger Verwandter, Canis Dirus (Direwolf) lebte in der Eiszeit und war noch sehr viel größer als unsere heutigen Wölfe, starb aber am Ende der Eiszeit aus. Zum Schluß noch eine Klassifizierung des Wolfes: Reich Animalia (Tiere) Stamm Chordata (Chordatiere) Unterstamm Vertebrata (Wirbeltiere) Klasse Mammalia (Säugetiere) Ordnung Carnivora (Raubtiere) Familie Caniden (Wölfe) Gattung Canis Lupus (Grau-, Timber-, Tundra-, oder Lobowolf)
Die Art hängt natürlich von der betrachteten Region ab. Die oben genannte Art ist der europäische Tundrawolf, mit langem hellen Fell und einer hohen Statur. Daneben gibt es jedoch noch unzählige andere Arten. Die wohl bekannteste Art jedenfalls ist “canis lupus familiaris”, der heutige Haushund |
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Mythologie Jahrhundertelang war der Wolf das wohl am meisten gefürchtetste und gehaßte Raubtier auf unserer Erde, obwohl er auch manch positive Rolle in der Geschichte und den Mythen spielte. Schon Jäger und Sammler früherer Kulturen erbaten vom Wolf als einem `höheren Wesen´ Schutz, Gesundheit und Fruchtbarkeit. In der Legende der Gründung Roms wurden die beiden Zwillinge Remus und Romulus nach ihrer Aussetzung von der Kapitolinischen Wölfin gesäugt und großgezogen. In der germanischen Mythologie ist der Wolf als Symbol des Untergangs vertreten. Sein Geheul kündet das Nahen des Ragnarök an, zu dem Fenrir (oder auch der Fenriswolf), der erste der Dämonen des Weltuntergangs, welcher in der Statur eines Wolfes erscheint, das Signal gibt. Fenrir ist der Sohn Lokis, eines Gottes, und der Riesin Angrboda (“Kummerbringerin”), ein Bruder der Hel (die Göttin der Unterwelt) und der Midgardschlange. In seiner Jugend wurde Fenrir von seinem Freund Tyr mit der unzerreißbaren Fessel Gleipnir gebunden. Kurz vor dem Weltenbrand, (Götterdämmerung, Ragnarök) jedoch entledigt er sich seiner Fessel, zieht mit den finsteren Mächten zum Kampf, verschlingt den Göttervater Odin, wird aber daraufhin von Odins Sohn Vidar getötet. Im Mittelalter wurde der Wolf in Europa meistens als Teufel angesehen. In der Geschichte Frankreichs ist von einem „Untier von Gévaudon“ die Rede. Dieser Wolf soll 123 Menschen getötet und so schlimm unter dem Nutzvieh gewütet haben, daß König Ludwig XV. Mitte des 18. Jahrhunderts eine ganze Armee aufbot, um ihn zu erlegen. Das Märchen “Rotkäppchen und der böse Wolf”, der Gebrüder Grimm, sagt auch schon einiges über die allgemeine Einschätzung des Wolfcharakters aus. Er ist hinterlistig, brutal, aber auch etwas dümmlich, bei all seiner List. In der Mythologie der nordamerikanischen Indianer ist der Wolf ebenfalls von großer Bedeutung. Viele der amerikanischen Ureinwohner verehrten den Wolf. Die Inuit im hohen Norden sehen im Wolf einen Bruder. Sie haben immer mit Wölfen zusammengelebt und tun es heute noch. Die Aborigines nennen Sirius den Stern des Wolfes und bezeichnen ihn als die “Heimat der Vorfahren”. Eine interessante Übereinstimmung mit der ägyptischen Mythologie. In der Wissenschaft gibt es ebenfalls ein nach dem Wolf benanntes Sternbild in der südlichen Hemisphäre: “Lupus”. Der Werwolfmythos (wer- ist wurzelverwandt mit lat. vir = Mann, also Mann-Wolf), also die Verwandlung eines Menschen unter dämonischem Einfluß in einen Wolf, war schon in der griechischen Antike verbreitet. Seine Hochzeit hatte er jedoch in Europa in der Zeit vom 13. bis zum 17. Jahrhundert, wo die Verwandlung im “malleus maleficarum” lykantrophischen Riten von Hexen und Hexern zugeschrieben wurde. Die Ursache für die Entstehung der Sage vom Werwolf, ist wohl in falsch verstandenen Berichten schamanistischer Riten zu suchen, verbunden mit Berichten über Tollwut. Dies erklärt auch die Vorstellung der Verwandlung nach einem Biß durch einen Werwolf.
Thorsten Kupferschläger (Unter Verwendung von Quellen aus dem Internet) |
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